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über das Leben der Margaretha Ebner besitzen wir nur streckenweise befriedigenden Aufschluss. Geboren um 1291, ging sie aus einem wahrscheinlich in Donauwörth sesshaften Patriziergeschlecht hervor1). Die beiden ersten Jahrzehnte ihrer Entwicklung sind fast ganz in Dunkel gehüllt. In der Autobiographie wird der Zeitraum abgetan mit dem Satze: „Wie ich vor (1311) lebte wol zwainczig jar, daz kan ich niht geschriben, wan ich min selbs niht war nam, wan daz ich wol waisse, daz mich got in siner vätterlichen triwe und huot het alle zit.“ (S. 1.) Dass Margaretha im 20. Jahr eine innere Mahnung von Gott erhielt, sich in ihrem ganzen Leben nach seinem Willen zu richten, deutet auf schwere seelische Konflikte. Am 6. Februar 1312 erkrankte das Mädchen an einer Hysterie, die folgendermassen beschrieben wird: „Des ersten huob (erhob) sich wunderlich min siechtag. mit grossem unlidigem wetagen (Schmerz) gieng ez mir in daz hertz, daz ich niht wol den auten mäht haun (atmen konnte), daz man mich verre (stark) hört autmen. so gieng ez mir dann in die augen, daz ich niht gesehen maht alle die wil ez mir da was. so was ez mir dann in den henden, daz ich sie niht kund geregen, also gieng ez mir über allen minon lib aun allain die gehörd, diu ging mir nie ab. und den wetagen het ich biz in daz trit jar, daz ich min selbs ungeweltig was. und wen ez mir in daz haupt gieng, so lachet ich oder wainet vier tag oder mehr emselichen.“ (1 f.)
Mit diesen Worten beginnt Margaretha ihre Krankheitsgeschichte, die in genauestem Rapport den Vorgängen ihrer ekstatischen Frömmigkeit parallel läuft. Wir haben es mit einer schweren Krankheitsform zu tun, die ihre qualund lustvollen Stigmata vier Jahrzehnte, wohl bis zuletzt, beibehielt. Bis zum Jahre 1348 unterrichtet uns die Patientin ausführlich in ihrer religiösen Hauptschrift, den „Offenbarungen“, die nichts als eine Chronik ihrer primär und sublimiert hysterischen Erscheinungen darstellen. Die leidende Nonne vergönnt uns so tiefe Einb