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Ich möchte hier in Ergänzung der Beispiele, die Otto Rank im Heft 7 dieser Zeitschrift zur Rettungssymbolik angeführt hat, einen sehr hübschen und klaren Traum aus einem wenig bekannten Jugendwerke G. Flaubert's mitteilen.
Nachdem der Held der Erzählung schon einen Traum berichtet hat, fährt er fort: „Ein andersmal — es war in einem grünen, blumen-durchwirkten Feld, einen Fluss entlang — war ich mit meiner Mutter, die nahe beim Ufer ging; sie fiel. Ich sah das Wasser schäumen, die Kreise sich vergrössern und plötzlich verschwinden. Das Wasser nahm wieder seinen Lauf und hernach hörte ich nichts mehr als das Geräusch des Wassers, das zwischen den Binsen dahinfloss und das Schilf bog. Plötzlich rief mich meine Mutter: „Zu Hilfe … zu Hilfe! O mein armes Kind, komm mir zu Hilfe!“ Ich beugte mich, platt auf dem Bauche liegend, über das Gestrüpp um zu sehen; ich sah nichts, die Schreie aber dauerten fort. Eine unsichtbare Macht hielt mich auf der Erde fest und ich hörte die Schreie „Ich ertrinke! Ich ertrinke! Zu Hilfe!“
Das Wasser floss, floss klar dahin, und diese Stimme, welche ich aus der Tiefe des Flusses vernahm, stürzte mich in Verzweiflung und Schmerz.“
Ich bemerke nur noch, dass die Erzählung (Mémoires d'un fou. Oeuvres de jeunesse. Tome I, pag. 494-95) stark autobiographischen Gehalt hat. Für Flaubert's Liebesleben treffen alle jene charakteristischen Züge zu, die Freud für einen Typus der Objektwahl geschildert hat. (Jahrbuch f. psychoanal. Forschungen. Bd. IL) Ich werde dies, wie ich hoffe, innerhalb einer grösseren Arbeit über den Dichter beweisen können.
Theodor Reik.