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Während einer grösseren Arbeit über Flaubert wurde ich durch eine solche Fülle psychologisch tiefer Bemerkungen dieses Dichters überrascht, dass ich es mir nicht versagen kann, einige hier mitzuteilen:
Zur infantilen Sexualität: In dem kleinen Roman „Novembre“ (Oeuvres de jeunesse, Bd. II, S. 217) erzählt ein Mädchen aus ihrer Kindheit: „Wenn ein Mann mit mir sprach, prüfte ich sein Auge und den Blick, der davon ausging …. Durch seine Kleider hindurch bemühte ich mich, das Geheimnis seines Geschlechtes wahrzunehmen und ich befragte darüber meine jungen Freundinnen; ich erspähte die Küsse meines Vaters und meiner Mutter und in der Nacht horchte ich auf die Geräusche ihres Ehebettes.“
Der Held der Erzählung (hinter dem Flaubert selbst steht) erzählt Ähnliches von sich: „Gewisse Worte verwirrten mich; namentlich: Frau, Geliebte; ich suchte ihre Erklärung zuerst in den Büchern, in den Stahlstichen, in den
Gemälden, von denen ich am liebsten die Gewänder abgerissen hätte, um etwas zu entdecken. Der Tag endlich, an dem ich alles erriet, setzte mich durch den Genuss in Betäubung wie eine letzte Harmonie; aber bald wurde ich ruhig und lebte fortan mit Freude, ich fühlte ein stolzes Gefühl, indem ich mir sagte, dass ich ein Mann bin, ein Wesen, befähigt, eines Tages eine Frau für sich zu haben. Das Wort des Lebens war mir bekannt; das bedeutete fast schon darin einzutreten und etwas davon zu gemessen. Meine Sehnsucht ging nicht weiter und ich blieb zufrieden damit zu wissen, was ich wusste.“
Zur Traumdeutung. In der Salammbo steigt der afrikanische Söldnerführer Matho die Treppe zu der heimlich Geliebten empor. „Der Himmel über seinem Haupte war mit feuriger Röte bedeckt, das Meer umgrenzte auf allen Seiten den Horizont; mit jedem Schritte schien sich der Raum um ihn her mehr und mehr ins Unendliche zu dehnen und er stieg weiter und weiter mit einer wunderbaren Leichtigkeit, mit der man im Traume zu fliegen wähnt.“ Über die Art der Wünsche, welche Matho im Aufstieg begleiten,