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Man kann den Ausbruch der Krankheit bezeichnen als Einbruch des Unterbewusstseins ins Oberbewusstsein. Es sind zum Teil allen Menschen gemeinsame, im Unterbewusstsein stets bereit liegende
Triebe, Wünsche, Anschauungen, die, beim Gesunden durch die bewusste geistige Tätigkeit im Unterbewusstsein zurückgehalten, bei geistiger Erkrankung ins Oberbewusstsein einbrechen. Denselben Vorgang finden wir im Traume, bei Erschöpfung, bei Bewusstseinsleere durch Mangel an Beschäftigung in Einzelhaft und bei exzessiver Verdrängung. Hier handelt es sich überall um ein „Nachlassen des Druckes des Oberbewusstseins“.
Die krankhaften Äusserungen erscheinen, falls sie einer Analyse zugänglich sind, als genügend motivierte Reaktionen auf traumhaft symbolisierte, häufig aber ohne die geringsten Symbole sich darstellende Wunscherfüllungen, die für den Kranken plötzlich einen ebenso realen Charakter annehmen wie die objektive Aussenwelt. Die manifesten Krankheitserscheinungen sind nichts anderes als die Reaktion der Kranken auf die neue Situation. Je nach dem plötzlichen oder allmählichen Eintritt derselben, je nach Lebensalter oder psychischer Konstitution ist die Reaktion aber sehr verschieden.
Tritt Heilung ein, so wird das ins Oberbewusstsein eingebrochene Stück Unterbewusstsein durch bewusste Durcharbeitung oder Korrektur unschädlich, durch Umsymbolisierung mit der realen Wirklichkeit vereinbar gemacht oder dadurch wieder verdrängt, dass das ganze Bewusstsein wieder von stärkeren realen Erlebnissen und Interessen erfüllt wird. Selten zu guten Resultaten führt schliesslich derjenige Heilungsmodus, der als „Umgehung des Komplexes“ bezeichnet werden kann.
Korrektur der Wahnidee. In den angeführten Fällen handelt es sich stets um gebildete, zum Teil hochintelligente Patienten mit paranoidem Symptomenkomplex, die bei Ausbruch der Krankheit nicht über 30 Jahre alt waren. In zwei Fällen schloss die Besserung und Heilung an psychologische Erklärungsversuche an, nach Aufdeckung schwerer verhäl