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Dr. Klages gibt uns in den Problemen der Graphologie ein tiefes, in langen Jahren gereiftes Buch, welches hoffentlich bald von einem Lehrbuch gefolgt wird. Das Werk ist schwer zu lesen. Ref. hält es für unmöglich, als Nichtfachmann ein Urteil über das Buch zu fällen, es kann sich hier nur um Eindrücke handeln. Sehr angenehm berührt das psychologische Verständnis des Verfassers, die dynamisch psychologische Fragestellung. Klagesist durchweg originell, er holt das Gute wo er es findet, ohne Vorurteile, ohne Dogmatismus. Interessant für Psychoanalytiker ist z. B. der Passus: „Man könnte das Wörtlichnehmen der Namen eine Methode nennen, sicher ist es ein Kunstgriff, richtiger ein Prinzip; wertvoll für die Psychologie und der Physiognomik ganz unentbehrlich.“ Wie viele Symptome, wie viele Träume können wir ohne dies „Wörtlichnehmen“ nicht verstehen? Klages fasst das Problem der Graphologie von hohem, er erstrebt die „Fundamentierung der Wissenschaft vom Ausdruck, als dessen zurzeit für die Forschung freilich wichtigste Zone wir die Tätigkeit des Schreibens erachten.“ Eine genaue Inhaltsangabe ist nicht möglich; wir begnügen uns mit wenigen Andeutungen. Nach einer kurzen historischen Einleitung eröffnet er den Abschnitt über die Willkürinder Handschrift mit der Besprechung des Schwankungsspielraumes und der Analyse der inneren Widersprüche in der Handschrift (die unbewussten und willkürlichen Tendenzen), welche zur Frage der Verstellung und Schriftexpertisen führt. Die Konflikte zwischen diesen einzelnen Tendenzen werden durch die hübschen Experimentaluntersuchungen des Psychiaters Meyer illustriert, welcher das Gesetz der periodischen Aufmerksamkeitsschwankungen aufgestellt hat. (Nachlassen der Aufmerksamkeit am Ende der einzelnen Wörter, der Zeilen und Seiten, bei den Minuskeln, bei den Haarstrichen, spez. bei den oberen Hälften der Langbuchstaben….) Klages nimmt eine persönliche Ausdrucksschwelle