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Nach einem kurzen Überblick über das Freud'sche Verfahren führt Hárnik den Ferenczi'schen Gedanken der Introjektion weiter aus und beleuchtet damit den Spezialfall „der Propagandist“. Er charakterisiert ihn als einen Menschen, der seine Sexualität auf die Menschheit übertragend, sie im Kampfe um deren Wohlfahrt ausleben kann. Bei dem Kampfer für Mutterschutz, gegen Prostitution und ähnlichem mag man damit auskommen. Beim Volksführer, Propheten (Christusneurose) dürfte wohl die Überkompensation verbrecherischer Instinkte (Stekel) die grössere Rolle spielen. Die Frage, ob ein Mensch ein neurotischer Propagandist oder ein propagandistisches Genie sei, scheint mir überflüssig. Als auslösende Kraft lässt sich wohl hinter jeder genialen Schöpfung eine unbefriedigte Libido nachweisen. In diesem Sinne scheint mir auch die Einführung des Begriffes der Introjektion — Übertragung frei flottierender Erregung auf Dinge der Aussenwelt, im Gegensatz zu Freud's Projektion — Bekleidung von Dingen der Aussenwelt mit unlusterregenden Komplexen, nicht unbedingt notwendig.
Einen geistreichen Gedanken spricht der Verfasser aus, indem er das Verkommen der Kinder von „Grossen“ nicht auf Degeneration zurückführt, sondern in ihnen Opfer des unüberwindlichen Vaterkomplexes vermutet. Eine Untersuchung über die natürlichen Kinder von Genies, bei denen die Möglichkeit dieses Konfliktes wegfällt, könnte wohl am besten Licht in die Degenerationsfrage bringen.
J. T h. v. Kalmár.