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Die erst kürzlich zur Veröffentlichung gelangten 79 Briefe Mussets an Aimée d'Alton können wohl kaum auf einen anderen als literarhistorischen Wert Anspruch nehmen. Nur einmal (im II. Brief) erhebt sich der Inhalt über das in solchen Briefen stets gesagte, auch wenn sie gerade nicht von berühmten Dichtern geschrieben wären. Es ist dies die Stelle, wo diese resignierte und doch im Grunde oberflächlich genuss freudige Dichternatur das Hinaustreten seiner von kindlichem Idealismus erfüllten Träumerseele in die rauhe Wirklichkeit schildert.
Trotzdem wollen wir der übersichtlichen Zusammenstellung des Materials und der gut gelungenen Übersetzung unsern Beifall nicht versagen, der übrigens noch mehr einer den Briefen angeschlossenen, trefflich übersetzten Erzählung Mussets „Der Sohn des Tizian“ gebührt, in der der Dichter wunderbar die seelischen Hemmungen schildert, die einem jungen Künstler nur ein einziges aber hervorragendes Bild vollenden lassen. Diese Erzählung, schon ihrem Inhalte nach eine direkte Frucht der Beziehungen Mussets zu Aimée, lehrt wieder, um wie viel wertvoller für die psychologische Beurteilung des Dichters auch das kleinste seiner Werke im Vergleich zu manchen brieflichen oder biographischen Expektorationen ist.
A. B.