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Vorliegende Arbeit dürfte schwer als ein Roman im gebräuchlichen Sinne des Wortes bezeichnet werden. Sie ist vielmehr eine sehr gediegene Schilderung jener einzig dastehenden und kaum wiederkehrenden Zeit des italienischen Rinascimento, in der die bildende Kunst nicht nur in der anderen Kultur, sondern auch in den subtilsten seelischen Regungen der damaligen Menschheit dominierte. Diesen Einfluss haben die Verfasser an dem Beispiel eines ganz den Typus seinerzeit bildenden Künstlers gezeigt, bei dem jede seelische und namentlich erotische Regung sofort unter dem Drucke jener äusseren Gewalt umgewertet wird. Gerade diese Figur des jungen Ludovico, der von jeder beginnenden Liebe sofort durch den sich leidenschaftlich regenden Ehrgeiz zu seinem Ideal hinweggerissen wird, das tief im Infantilen seine Wurzel hat, lässt das grosse psychologische Verständnis der Autoren durchblicken. Neben dieser Hauptfigur wird auch die ganze damalige Zeit nicht etwa durch trockene Beschreibung, sondern einen äusserst glücklich gewählten, bewusst einfachen, etwas archaistischen Stil geschildert. Gerade diese Verbindung von tiefem Verstehen des Seelenlebens und der frischen Schilderung des Milieus erheben dieses Werk weit über das Niveau vieler ähnlicher Werke.
A. B.