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Die schönen Ausführungen Abraham's über Fälle von unbewusstem Selbstmord, in seinem psychoanalytischen Versuche über Segantini, haben erst vor wenigen Monaten eine merkwürdige Bestätigung gefunden, durch die seltsamen „Zufälle“, denen in diesem Winter der bekannte ungarische Dichter Molnar unterlag. Es ist vielleicht erinnerlich, dass Molnar „zufällig“ zweimal in K. zu grosse Dosen Veronal nahm, und beide Male nur mit Mühe vom Tode gerettet werden konnte. Das zweite Mal kam Molnar in ein Budapester Sanatorium; in der Rekonvaleszenz machte er vom Sanatorium aus eine Spazierfahrt im Automobil; das er selbst lenkte, und dieses Automobil stiess mit einem Einspänner zusammen, so dass Molnar sich wiederum „zufällig“ in Todesgefahr brachte.
Liegt in solchen Fällen handgreiflich klar zutage, wie das im Unbewussten verankerte Wollen sich durchsetzt, und wie geringfügig ihm gegenüber die Kraft der bewussten Motivierung ist, so werden dennoch manche geneigt sein, es als Übertreibung zu bezeichnen, wenn Abraham unter anderem ausführt, dass auch der Fall Segantini's, der scheinbar einer organischen, tückischen Krankheit erlag, in einem weiteren Sinne diesen „unbewussten Selbstmorden“ zuzuzählen ist, und dass —mit Abraham's Worten — die dunklen Mächte des Unbewussten bei Segantini der Krankheit zu Hilfe kamen, das Zerstörungswerk der Krankheit erleichterten und so selbst den Tod herbeiriefen.
Der Gedankengang Abraham's ist keineswegs mystisch. Es liegt durchaus im Bereich der Denkmöglichkeit und geht ohne Widerspruch in eine ganz nüchterne, sozusagen physikalische Auffassung des Lebensprozesses ein, wenn wir annehmen, dass dieser Wille zum Tode im Unbewussten bewirkt, dass das bewusste Handeln seinen Zwecken dienstbar wird. Natürlich wird die bewusste Motivierung dieses zum Tode führenden Handelns, analog dem Mechanismus der Traumentstellung, geändert sein: sie kann scheinbar entgegengesetzte Ziele verfolgen, als die, denen sie tatsächlich zustrebt.
Dies vorausgeschickt lässt sich f