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Da die Sexualsymbolik zu den fundamentalen, aber auch schwer verständlichen Ausdrucksmitteln des unbewussten Denkens gehört und ihre eingehende Kenntnis sich als ein immer unentbehrlicheres Instrument der psychoanalytischen Technik erweist, scheint es geboten, aus dem von den Neurotikern produzierten Material einige als singulare, zwingender imponierende Beispiele herauszugreifen. Dem Analytiker wird die Symbolik schon durch ihre Häufung und Typik selbstverständlich (z. B. Schlange, Vogel, Baumstamm; Ofen, Schrank, Büchse etc.), wogegen der eben Eindringende oder noch Gegnerische durch Einzelfälle von besonderer Beweiskraft dem Thema am leichtesten nahegebracht wird.
Die Symbole gehören dem allgemeinen Unbewussten des Volkes an, das Einzelindividuum trifft daraus seine Auswahl, welche durch seine psychische Konstellation, vor allem seine persönlichen erotischen Erlebnisse bedingt ist. Die dem Patienten entweder vor vornherein oder erst nach längerer Analyse bewussten Erlebnisse, andererseits die Eigenart seiner Vita sexualis geben dem Symbol speziellere und so plausible] Kennzeichen, dass der Zusammenhang auch dem minder Geübten sich aufdrängt. Wenn etwa ein Penissymbol sowohl die charakteristische Form, wie die Erektionsfähigkeit (Mechanik des in die Höhe Gehens, grösser und kleiner werden), eventuell auch die Sekretentleerung oder einen schützenden gummiartigen Überzug darzustellen vermag, so wird natürlich ein so reich ausgestattetes Symbol viel Überzeugendes an sich haben. Unter den später anzuführenden Beispielen findet sich ein Handschuh, der die Fähigkeit zu „fliegen“ zeigt, also ein anscheinend so sinnloses, Attribut, dass das Bild nur einem ganz singulären persönlichen Erlebnis seine Herkunft verdanken kann. Daher sind solche Traumsymbole einerseits besonders dienlich zum Wiedererwecken verdrängter Sexualerlebnisse, andererseits geben die bereits bekannten speziellen Sexualtraumata oder Sexualfunktionen des Träumenden zwingende Anhaltspunkte für die Deutung