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Es gibt in der Literatur zwei bekannte Frauentypen, welche man gerne einander gegenüberstellt: „der Kitzler-(Clitoris)typus und der Gebärmuttertypus. Es sind wohl zwei extreme Typen, zwischen denen eine Anzahl von Zwischenstufen vorhanden sind. Eine Durchsicht meines psychoanalytischen Materials hat mich zu einer Bestätigung dieser Typen geführt, über welche ich kurz einiges berichten möchte.
A. Der Gebärmuttertypus. Es handelt sich um eine Frau für welche der Gedanke der Mutterschaft, des Kindes sozusagen das Zentrum des geistigen und gemütlichen Lebens darstellt. Dieses Interesse tritt schon in den allerersten Lebensjahren auf. Mit drei, vier Jahren spielt das kleine Mädchen schon sehr eifrig mit den Puppen, womöglich schon mit dem jüngsten Schwesterchen, sie will es beschirmen und pflegen, in ihren Ärmchen tragen wie eine Mutter. (Eine Patientin z. B. drückte mit Begeisterung das wonnige Gefühl aus, welches sie mit drei Jahren empfand, wenn sie die Kleine in ihren Armen trug und sie trösten und beruhigen konnte; es sei der Anfang ihrer Kinderliebe gewesen.) Mit gleichaltrigen Kindern spielt sie immer die Fürsorgende, wie die Henne für ihre Küchlein. Sie möchte immer kleine Geschwister haben, wenn ihr Wunsch nicht in Erfüllung geht, hofft sie immer, die Eltern werden ein fremdes Kind adoptieren. Sie sitzt bei der verheirateten Schwester oder bei Verwandten, um sich mit den Kleinen zu beschäftigen. Auf der Strasse dreht sie sich bei jedem Kind, das ihr begegnet, um, grüsst es, spricht mit ihm, fühlt sich wie gleichaltrig zu jedem Kind. Gewöhnlich verliebt sie sich nicht leicht, ist nicht leidenschaftlich; sie heiratet nicht aus Liebe, sondern hauptsächlich um Kinder zu bekommen. Sehr charakteristisch ist folgender Herzensschrei einer solchen Dame: „Herr Gott, wenn man doch Kinder bekommen könnte ohne Mann.“ Ihr Äusseres verrät schon mehr die Mutter, wie die Gattin. Sie hat gewöhnlich nichts äusserlich Brillantes, nichts Pikantes und Provokantes; sie lockt nicht die