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Ein bekannter Beamter erzählt mir eines Tages, er habe geträumt, der Hofrat X. sei gestorben. Ich wusste, dass für ihn zwei Hofräte, seine Vorgesetzten, Bedeutung hatten, ein gutmütiger, sehr harmloser Hofrat X. und ein Hofrat Y., sein eigentlicher Vorgesetzter, über den er sich häufig zu beklagen pflegte. Ich frage ihn, da ich einen Todes wunsch vermute, woran der Hofrat X. (also der Gutmütige) im Traum gestorben sei. Er antwortet: „Der Schlag hat ihn getroffen“. Nun war die sehr einfache Deutung ohne weiteres gegeben. Er hatte, um dem Traum eine unschuldige Fassung zu geben, eben den anderen Hofrat, gegen den er sicher keine Rachegedanken hatte, sterben lassen. Ich sage ihm daher: „Sie haben hier wohl eine kleine Verschiebung vorgenommen. Sie meinen eben einen anderen Hofrat.“ Darauf folgt weder Bestätigung noch Ablehnung, sondern langanhaltendes Lachen, hernach die anerkennende Bemerkung … ich hätte einen glänzenden Witz gemacht. In den folgenden Tagen erzählte er allen Bekannten von meinem famosen Witz.
Der Mann hat von den psychoanalytischen Traum- und Witztheorien zuverlässig gar keine Kenntnis.