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Der Grad der Traumentstellung variiert meist nach Massgabe der Intensität, mit welcher die im Trauminhalte vertretenen Phantasien und Gedanken vom bewussten Seelenleben abgelehnt werden. Dort, wo auf die Zensur nicht sehr viel Rücksicht genommen werden muss, weil nur verhältnismässig harmlose Wünsche nach Befriedigung verlangen, wird die Auflösung von dem geübten Psychoanalytiker leicht gefunden werden und auch der Neuling wird keine Mühe haben, die Deutung als einleuchtend zu akzeptieren. In solchen Fällen handelt es sich etwa um die Darstellung einer Redewendung, deren Doppelsinn in die Augen springt, oder um eine Wortbildung, deren Bestandteile sich leicht voneinander lösen.
Anders liegen die Dinge dort, wo sehr peinliche Gedankenzüge und intensiv verdrängtes infantiles Material im Traum dargestellt werden sollen. Hier greift die Traumentstellung höchst energisch ein, die Redression begegnet grossen Schwierigkeiten und ruft bei dem Unkundigen leicht den Eindruck der Willkürlichkeit oder eines schlechten Witzes hervor. Trotzdem sind es gerade jene Deutungen, die das wertvollste und belangreichste Material zutage fördern; ein Fund dieser Art weist der Analyse oft genug neue Wege zum Verständnis des Traumes.
In einem Traume, dessen Deutung mir nahezu vollständig schien, leistete nur das Wort „Kalkutta“ hartnäckigen Widerstand. Die Assoziationsreihe führte stets zu dem Worte „Klio“, mit dem ich nichts weiter anzufangen wusste. In der Verlegenheit, in der ich mich befand, verfiel ich auf einen, wie mir schien willkürlichen und wenig versprechenden Ausweg. An Klio war mir aufgefallen, dass die Buchstaben K und L darin in der entgegengesetzten Reihenfolge auftreten wie in „Kalkutta“. Ohne eine Ahnung zu haben, dass daraus etwas Brauchbares entstehen könnte, nahm ich dieselbe Umstellung bei „Kalkutta“ vor und schrieb das Wort „Kaklutta“ hin.
Kaum war ich damit fertig, als mir bereits eine Reihe von Einfällen ins Bewusstsein trat, die die scheinbar sinnlose Neubildung erläut