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„Die Geschichte der Dermatologie lehrt, dass schon im Altertum denkende und beobachtende Ärzte den Unterschied zwischen juckenden
Hautkrankheiten mit deutlichen Hautveränderungen und juckenden Hautkrankheiten ohne sichtbare Erkrankungen kannten.“ Der Verfasser gibt einen kurzen Überblick über die Auffassung des Hautjuckens in alter und neuer Zeit und zitiert eine Reihe von Stellen aus der medizinischen Literatur, insbesondere bei Hebra und Kaposi. Gestützt auf die Beschreibungen hervorragender Kliniker und auf Grund eigener Beobachtungen fordert der Autor die deutsche Abgrenzung einer besonderen Gruppe von Fällen, die sich von anderen, auf toxischen Prozessen beruhenden Formen wesentlich unterscheiden, alle Charakteristika eines neurotischen Symptomen-Komplexes besitzen und einen innigen Zusammenhang mit gewissen psychischen Zuständen aufweisen. Unter anderem wird auch Neisser zitiert: „Wie sehr der psychische Zustand bei allen diesen Juckzuständen mitspielt, geht einerseits daraus hervor, dass geistige Ablenkung … sehr häufig den Patienten die Juckempfindung ganz vergessen lässt, dass aber andererseits neurotisch schon Belastete oder durch psychische Eindrücke Erkrankte durch den Glauben eine Jucken erzeugende Affektion akquiriert zu haben, nun auch wirklich in intensiver Weise von Jucken geplagt werden.“ — Der Pruritus cutaneus hat nach dem Autor, abgesehen von den rein autotoxischen Prozessen, eine feste Beziehung zu gewissen Vorgängen im Zentralnervensystem. Ausserdem hebt der Verfasser die von Jaquet bemerkte Tatsache hervor, dass beim Kratzen die Pupillen sich erweitern und somit das Kratzen im Juckanfall einen ausgesprochen wollüstigen Charakter hat. Besonders wird die Tatsache hervorgehoben, dass die Pupillenerweiterung bei dem gewöhnlichen Kratzen (z. B. bei Ekzemen) nicht auftritt. — Pruritus und Sexualempfindung stehen in irgend einem Zusammenhange, alle Prädilektionsstellen des partiellen Juckens sind erogene Zonen nach Freud. „Das Beschränktsein des l