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In dreissig Briefen, die an die junge, zu Männern heranwachsende Generation gerichtet sind, behandelt Zbinden, ein seit Erscheinen des Buches verstorbener schweizerischer Gelehrter, Probleme, die für jene nach seiner Meinung von Wichtigkeit sind: die Illusionen der Jugend, den Idealismus, den Kampf ums Dasein, die Liebe, das Geschlechtsleben, die Ehe, die religiösen Ideen, den moralischen Determinismus und den
Zweck des Lebens, gibt das Mittel an, in den schwierigen Augenblicken seine moralische Kraft zu behalten, und verspricht endlich die Zukunft denjenigen, die vernünftig reagieren und sich neu erziehen können.
Ein überzeugter Idealist hat dieses Büchlein geschrieben, dessen Kampf gegen den Idealismus der Jugend nicht recht glaubhaft erscheint und der von einer Menschheitsreligion träumt, die eine Verbindung des Comte'schen Altruismus mit christlichen Ideen der Vergebung und Wohltätigkeit darstellen möchte. Die edelste Gesinnung, der menschenfreundlichste Ernst spricht aus jeder Zeile, aber neben manchem hübsch geprägten Wort findet sich doch auch Einiges, was bloss als Phrase wirkt, und ein kaum wägbarer Überschuss an Sentimentalität. Der Verfasser will nicht die Wissenschaft an die Stelle der Religion setzen, nein, die Wissenschaft soll ihrer älteren Schwester, der Religion, zu Hilfe kommen, sie muss an deren Entwickelung mitarbeiten. Das beste Mittel, um die religiöse Frage zu lösen, ist nach seiner Ansicht der moralische Determinismus, d. h. denken, handeln, fühlen, urteilen, in einem Wort leben, indem man die Umstände der Vererbung und des Milieus berücksichtigt. Dies bedeutet keinen Fatalismus, im Gegenteil, die Kenntnis des Determinismus befreit zum Teil den Menschen von dem Einfluss der Umstände und erlaubt ihm, sich einigermassen frei im Labyrinth des Lebens zu bewegen, denn unser Geschick hängt überwiegend von der Erziehung unserer Denkungsweise zur Vernunft ab.
Die gleiche Überschätzung der vernünftigen Einsicht zeigt sich auch bei des Verfassers Betra