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am 7. und 8. August 1910 in Brüssel.
Freud ist Problem geworden. Wie sich die Arbeit des einzelnen mit ihm auseinandersetzen muss und an ihm nicht mehr vorbeigehen kann, so ist es auch ganz natürlich, dass die medizinischen Kongresse sich in steigendem Masse der Auseinandersetzung über die von Freud aufgeworfenen Fragestellungen und Forschungsergebnisse zuwenden.
So beschäftigten sich in Brüssel über ein Viertel der Vorträge mit psychoanalytischen Themen, die bei den Kongressteilnehmern auf ebenso lebhaftes Interesse wie erbitterte Gegnerschaft stiessen. Dies kann um so weniger wundernehmen, als die Probleme der Psychanalyse für den ihnen Fernstehenden sehr vieles Ungewohnte enthalten und im allgemeinen noch viel zu wenig bekannt sind, als sie unerbittlich an persönlichen, gesellschaftlichen, ethischen etc. Vorurteilen rütteln und nicht nur gegen die mannigfaltigen heiss verfochtenen Schulmeinungen verstossen, sondern auch nicht wenig gegen die empfindlichen Gefühle derer, die dieselben Gebiete auch, aber schmerzlicherweise mit geringerem Erfolge bearbeitet haben. Wie kann man denn auch mit der psychanalytischen Methode zu anderen Ergebnissen kommen als mit den anderen früheren Methoden? Also müssen diese Ergebnisse falsch sein oder die Methode. So argumentieren ungefähr die Gegner. Das wesentliche Kennzeichen der Gegner Freud's ist, dass sie von seinen Arbeiten nur wenig kennen und sich nicht der nicht zu unterschätzenden Mühe unterzogen haben, seine Methode und ihre Resultate an eigener Arbeit nachzuprüfen, also von ganz anderen Betrachtungsweisen her verneinen, was sie dort aufgestellt finden. Die persönlichen Widerstände werden in ein intellektuelles Gewand gesteckt, die an dem emotionellen Aplomb, mit dem sie auftreten, die persönliche Unterströmung verraten, der sie letzten Grundes entstammen.
Als ersten psychanalytischen Vortrag brachte M. Ch. de Montet-Vevey ein grosses Diskussionsreferat: Problèmes théoriques et pratiques de la psychanalyse, das sich die doppe