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Die Frage der anormalen Wortbildungen ist in der Psychiatrie nicht neu. In allen Lehrbüchern, in älteren hauptsächlich unter der Rubrik der Paranoia, in den neuen unter der Dementia paranoides, nimmt sie einen kurzen Abschnitt in Anspruch. Meistens sind sie unter zwei Formen bekannt: 1. der Neubildungen oder der Neologismen sensu stricto und 2. der Wortspielerei, „unter welcher Verdrehungen oder Verzerrungen einzelner Worte oder Redensarten zu verstehen sind”. Schliesslich ist bei der Dementia praecox die Produktion ganz unverständlicher, durch sinnlose Wort- und Silbengruppierungen ausgezeichneter Satzbildungen unter dem Namen Sprachverwirrtheit (Kraepelin) oder Wortsalat (Forel) bekannt1).
Der Psychogenese dieser Sprachprodukte widmet man in der Psychiatrie entschieden zu wenig Aufmerksamkeit. Man betont hauptsächlich nur das Sinnlose und das Unverständliche. Kraeplin, der das Thema noch am ausführlichsten behandelt, macht in den letzten Ausgaben seiner Psychiatrie folgende zwei Andeutungen:
„Man hat den Eindruck, als ob die Kranken mit den Neubildungen gewisse allerdings nicht immer feststehende Vorstellungen verbinden” und „bisweilen kann man bei den Wortneubildungen sehr deutlich den Einfluss der bestimmten Vorstellungskreise erkennen”2).
Die Psychoanalyse hat auch dieses bis jetzt dunkle Gebiet erhellt. Freud entdeckte den Mechanismus der Wortneubildungen im Traum („Autodidasker”3)), im Witz („famillionär”, „rote Fadian” etc.4)) und bei den Fehlleistungen des Alltagslebens (Versprechen, Verlesen, Verschreiben5)). Jung6) zeigte in seiner bahnbrechenden Analyse eines Falles von paranoider Demenz mit Sprachverwirrtheit, wie die scheinbar