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Durch die Beschäftigung mit der Psychoanalyse, nicht zum mindesten durch die Lektüre von Stekel's „Angstzuständen” auf die bizarren Ausdrucksformen der Neurosen aufmerksam gemacht, versuchte ich einen mit einer langjährigen, lästigen Sprachstörung behafteten Patienten psychoanalytisch zu behandeln und hatte die Genugtuung, während der kurzen mir zur Verfügung stehenden Zeit — im ganzen 6 Tage — einen überraschenden Erfolg zu erzielen. Wiewohl ich mir nicht verhehle, dass sich bei der allerdings dilettantischen Art der Psychoanalyse ein Konglomerat von freiwilliger Beichte, psychoanalytischer Durchforschung, suggestiver Beeinflussung und pädagogischer Einwirkung ausgebildet hat, so fällt doch, und dies ist in diesem Falle entscheidend, der Löwenanteil dieser so ungewöhnlich rasch wirkenden Behandlung der Psychoanalyse zu.
Es handelt sich um einen 36 jährigen Obermeister R. R. Die Eltern des Patienten leben; Vater 67, Mutter 65 Jahre alt. Der Vater, soweit ich erfahren konnte, mit einer Phobie behaftet, ebenfalls Obermeister. Von sieben Geschwistern sind vier gestorben. Das erste, ein Knabe, im Alter von zwei Jahren angeblich an Gehirnhautentzündung und Krämpfen. Das zweite, ebenfalls ein Knabe, inter partum. Das dritte, ein Mädchen, 5 Jahre alt an Diphtherie; das fünfte (Knabe) 6 Jahre alt an Ikterus. Von den Überlebenden ist die älteste Schwester 41 Jahre alt, zwanzig Jahre verheiratet, hat einen 19 jährigen Sohn. Sie leidet an Cholelithiasis. Der jüngere Bruder ist 26 Jahre alt, stets gesund.
Der Patient hat Morbilli, als 8 jähriger Knabe Diphtherie, Otitis externa durchgemacht. Ferner eine Lymphadenitis unter dem linken Arm und auf der linken Halsseite, mit zweimaliger Exstirpation der Lymphome, ferner einen Lungenspitzenkatarrh überstanden. Als 24 jähriger Mann Typhus abdominalis, mit 25 Jahren eine Peritonitis, dann eine bilaterale Herniotomie, ist aber jetzt vollkommen gesund. Der Patient besuchte die erste Volksschulklasse mit geringem, sodann die weitere Volks-