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Eines Abends gingen Dr. Frink und ich spazieren und besprachen einige Angelegenheiten der Newyorker Psychoanalytischen Gesellschaft. Wir begegneten einem Kollegen, Herrn Dr. R., den ich seit Jahren nicht gesehen hatte und von dessen Privatleben ich nichts wusste. — Wir freuten uns sehr, uns wieder zu treffen und gingen auf meine Aufforderung in ein Kaffeehaus, wo wir uns zwei Stunden lang angeregt unterhielten. Er schien von mir Näheres zu wissen, denn nach der gewöhnlichen Begrüssung erkundigte er sich nach meinem kleinen Kinde und erklärte mir, dass er von Zeit zu Zeit über mich von einem gemeinsamen Freunde höre und sich für meine Tätigkeit interessiere, nachdem er darüber in den medizinischen Zeitschriften gelesen hatte. — Auf meine Frage, ob er verheiratet sei, gab er eine verneinende Auskunft und fügte hinzu: „Wozu soll ein Mensch wie ich heiraten?”
Beim Verlassen des Kaffeehauses wandte er sich plötzlich an mich: „Ich möchte wissen, was Sie in folgendem Falle tun würden: Ich kenne eine Krankenpflegerin, die als Mitschuldige in einen Ehescheidungsprozess verwickelt war. Die Ehefrau klagte ihren Mann auf Scheidung und bezeichnete die Pflegerin als Mitschuldige und er bekam die Scheidung1).” — Ich unterbrach ihn: „Sie wollen sagen, sie bekam die Scheidung.” — Er verbesserte sofort: „Natürlich, sie bekam die Scheidung” und erzählte weiter, dass die Pflegerin sich derart über den Prozess und Skandal aufgeregt habe, dass sie zu trinken begann, schwer nervös wurde usw., und fragte mich um meinen Rat, wie er sie behandeln solle.
Sobald ich den Fehler korrigiert hatte, bat ich ihn, ihn zu erklären, aber ich bekam die gewöhnlichen erstaunten Antworten: ob es nicht eines jeden Menschen gutes Recht sei, sich zu versprechen, dass das nur ein Zufall sei, nichts dahinter zu suchen sei usw. Ich erwiderte, dass jedes Fehlsprechen begründet sein müsse und dass ich versucht wäre zu glauben, dass er selbst der Held der Geschichte sei, wenn er mir nicht früher mitgeteilt hätte, das