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Patient ist ein 28 jähriger Theologe, welcher sich seit über zwei Monaten in psychanalytischer Behandlung wegen einer gemischten Neurose (Zwangsneurose und Angsthysterie) befindet. Eine grosse Anzahl von Symptomen sind zurückgegangen. Er lebt in relativer Ruhe, arbeitet mit Fleiss an seiner Wiederherstellung. Vor einigen Tagen brach bei ihm ein Sturm aus (wie ein Blitz aus heiterem Himmel), und zwar im Anschluss an die Aufforderung seiner Bekannten, einen Ausflug auf den Rigi mitzumachen. Der ganze Nachmittag wurde in der grössten Aufregung verbracht. „Soll ich auf den Rigi gehen oder nicht?” Unser Zweifler konnte sich nicht entschliessen. „Wozu hingehen?” „Ist es besser in Gesellschaft hinzugehen?” „Soll ich nicht später alleine hin?” „Mein Vater hat es einmal gemacht, er überanstrengte sich, kam sehr krank nach Hause (nervenkrank) zurück. Ist der Rigi ein richtiger Berg? Du gehst vielleicht lieber später, am Ende der Kur auf die Jungfrau; ein richtiger Berg jedenfalls, der alles in jeder Hinsicht bietet.” Die ganze Nacht konnte unser Kranker kein Auge schliessen; das unsichere Wetter morgens um 5 Uhr bestimmte ihn, nicht hinzugehen. Im Laufe des folgenden Tages wurde er heftig sexuell gereizt, worauf alles wieder in Ordnung trat. Der Anfall hinterliess keine Depression, wie früher bei solchen Anfällen. J. K. Patient war sehr erstaunt über das unmotivierte Auftreten der Erregung; er wusste nichts anzugeben, was die Veranlassung derselben sein könne. Ich liess ihn frei assozieren, worauf folgendes hervorgebracht wurde: — — In den letzten Tagen habe er Abraham's Segantini (Sammlung zur angewandten Seelenkunde) gelesen. Zwei Punkte seien ihm hauptsächlich aufgefallen — der Mutterkomplex des Malers und sein mächtiger Schautrieb. Der Künstler habe eine bewunderungswürdige Sublimierung des Mutterkomplexes in der Liebe zur Natur, des unterdrückten Schautriebes in seine Kunst. J. K. habe auch einen starken Mutterkomplex und einen mächtigen Schautrieb, sublimiert habe er ab