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Das Solvay'sche Institut de Soziologie in Brüssel publiziert einen „Bulletin mensuel”, welcher über die neuen Arbeiten in der Soziologie und in den Nachbarwissenschaften Referate und Aufsätze enthält. Seit einigen Monaten ist das Interesse für die Freud ‘sche Psychologie im Institut sehr wach geworden. In dem Januarheft des letzten Jahrganges (1910) macht Menzerath auf die Arbeiten über Symbolik aufmerksam. (Verf. bemerkt, dass im Ungarischen und im Suaheli die Schublade sinnbildlich als Kind des Tisches benannt wird.) Im Juliheft wird über die Psychoanalytiker-Vereinigungen in Salzburg und Nürnberg berichtet. Das Novemberheft enthält den ausführlichen Bericht einer Sitzung der Groupe d'études psychologiques, in dem die 5 amerikanischen Vorträge Freud's: Die Psychoanalyse, einer objektiven Analyse unterzogen wurden. Der Berichterstatter Ley konstatiert, dass die Gesamtauffassung Freud's beim ersten Blick „den Eindruck des zu absoluten”, „un peu absolu” macht; „ aber, wenn man die Patienten genau verfolgt, muss man sich überzeugen, dass Freud ein grosser Beobachter ist, und, dass er sehr oft Recht hat”. In einer anderen Sitzung, welche der Berichterstattung über das erste Heft des Zentralblatt für Psychoanalyse gewidmet wurde, sagt Menzerath: „Die Isolierung der Freud ‘schen Schule kommt nicht von ihr selbst, sondern von der Stellungnahme ihr gegenüber.” Die belgischen Autoren gehören somit zu den wenigen, welche objektiv und kühl gelesen, beobachtet haben. In der Kritik gegen die Überbetonung des Sexuellen bleiben sie gerecht, so gut es bei einer partiellen Beherrschung des Themas möglich ist. Menzerath behauptet irrtümlicherweise, dass Freud die ersten Anregungen nicht von Breuer, sondern von Fliess, Weininger, Swoboda, Pfennig empfangen hat. „C'est là qu'en trouve le fond des idées de Freud et de ses élèves.” Die erste Publikation von Freud und Breuer datiert bekanntlich vom Jahre 1893, das heisst etwa 8 bis 10 Jahre vor den Veröffentlichungen Weininger's, Swoboda