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Dieser Arbeit lässt sich ein ähnlicher Vorwurf machen wie der vorbesprochenen von Saenger. Sie knüpft an Griesinger's Anschauung an, dass der Selbstmord in der weitaus überwiegenden Mehrzahl der
Fälle von Geisteskranken begangen werde, und putzt sie nur etwas moderner auf in der Richtung Ziehen's, dass das angebliche oder scheinbare Selbstmordmotiv nur auslösende Ursache, entscheidend aber die psychopathische Konstitution des Täters sei. Es werden dann Psychosen und Psychoneurosen, die erfahrungsgemäss zum Selbstmord neigen, im einzelnen behandelt und längst Bekanntes frisch aufgewärmt. Eigene, originelle Gedanken wird man vergebens suchen. Besonders unliebsam empfand ich den Mangel an psychologischem Verständnis. Dass das Liebesleben des Menschen die wirklich und letztlich entscheidende Ursache der meisten Selbstmorde, meinetwegen noch mehr beim Psychopathen als beim Gesunden ist, wird mit keinem Sterbenswörtchen vermutet, trotzdem erst kürzlich eine Publikation der „Diskussionen des Wiener psychoanalytischen Vereines”1) darauf aufmerksam macht.
Dr. J. Sadger.