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Weygandt (Monatsschr. f. N. u. Ps.) hat gegen Freud den Einwand erhoben, dass manche Träume direkt das Nicht gewünschte darstellen. Obgleich dieser Vorwurf nur gemacht werden kann bei Vernachlässigung des Unterschiedes zwischen latentem und manifestem Trauminhalt, und von Freud selbst schon in der ersten Ausgabe der Traumdeutung durch interessante Beispiele widerlegt worden ist, kann es, bei den wunderbar schiefen Begriffen, die manche Fachgenossen noch über dieses Kapitel hegen, seinen Nutzen haben, einen solchen Traum mitzuteilen, in welchem diese Differenz scharf zum Ausdruck kommt.
Ein Arzt träumt:
„Ich habe und sehe an meinem linken Zeigefinger einen syphilitischen Primäraffekt an der letzten Phalange.”
Das wäre nun wirklich das letzte, das sich einer wünschen könnte!
Der Träumer hatte nie Lues; eine venerische Infektion wäre auch überhaupt das Schrecklichste, was ihm passieren könnte.
Einfälle zu diesem Traum: (Diese Einfälle kamen nicht in der angegebenen Reihe, sondern, wie überhaupt alles, was aus dem Unbewussten auftaucht, mehr oder weniger alle zugleich. Auch sind es keine definierte Vorstellungen, sie treten hervor in „Heniden"-Form [Weininger]; erst bei der sprachlichen Übersetzung kommt das scharf definierte Bild zustande.)
I. In Jacobi's Atlas der Hautkrankheiten steht ein Bild von einem solchen Finger; er hatte diese Abbildung kurz vorher noch gesehen.
II. Der Professor der Dermatologie sagte, das Wort Syphilis stammte von sus = Schwein und philis = Liebe.