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Binet macht zuerst einige allgemeine Bemerkungen über den Wert der Assoziationsmethode, welche er mit der Psychoanalyse vergleicht. Er erkennt den Scharfsinn der Anhänger, die Feinheit ihrer Deutungen, ihr Interesse für das wirklich Psychologische an, findet aber bei allen „das gleiche literarische und mystische Gepräge wie bei Freud”. „Man erschrickt durch den Mangel an Kontrolle. Eine Wissenschaft ohne Kontrolle ist wie ein Volk ohne Sitten; es ist der Anfang der Entartung.” Zur Illustrierung bespricht er zwei Arbeiten von den amerikanischen Forschern Yerkes, Berry, Henke und Eddy über Assoziationsversuche. Es dünkt uns, dass der Verfasser Besseres hätte wählen können, um die Methodik der Komplexdiagnostik und ihren allgemeinen Wert einzuschätzen. Allerdings wäre seine Kritik nicht so rund und elegant ausgefallen.
Binet macht sich die Sache leicht; wenn er die Arbeiten Jung's in die Hand nehmen würde (speziell die Broschüre über die Tatbestandsdiagnostik — Marhold, Halle), könnte er sich überzeugen, dass kritischer Geist auch bei den Anhängern der Assoziationsmethode vorkommen kann.
Die Versuche der amerikanischen Forscher enthalten einen grossen Fehler, in den die meisten Experimentalpsychologen geraten. Sie arbeiten unter künstlichen Bedingungen in der „ambiance” des Laboratoriums und sie wollen die Resultate ihrer Experimente auf das reale Leben ausdehnen. Es ist sehr naiv, einen diagnostischen Assoziationsversuch anzustellen, indem man den Versuchspersonen Mäuse und Karten zeigt mit, dem Auftrag, das Gesehene in ihren Assoziationen zu dissimulieren. Die Züricher Schule mit Jung an der Spitze hat sich von Anfang an bemüht, sich in möglichst natürlichen Bedingungen zu bewegen, wie es bei