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Der 5½jährige Junge schläft seit einer Woche mit seinen beiden Tanten in einem Zimmer. Morgens liebt er es, die jüngere Tante durch Aufrufen, Plaudern etc. aus dem Schlafe zu wecken (wie er vor 2 Jahren begründete: „Sie braucht nicht noch zu schlafen, wenn ich wach bin”); seine Grosstante verwehrt ihm die Ruhestörung und der kleine Schelm findet einen Ausweg: er schweigt, solange diese im Zimmer ist; sowie sie die Türklinke hinter sich geschlossen hat, ruft er leise: „Tante Hermin', bist du wach?” redet für sich oder raschelt mit der Wäsche, um sofort zu verstummen, wenn die Grosstante eintritt. Am Vortage des Traumes sagt er zur Tante: „Du, wenn ich wieder bei der Mutter schlafe, springe ich mitten in der Nacht auf sie, damit sie nicht schlafen kann.” „Geh', du bist ein abscheulicher Bub, wenn du die Mutter, die so gut zu dir ist, nicht schlafen lässt.” Darauf folgt die nämliche Entgegnung wie vor 2 Jahren: „Sie soll nicht schlafen, wenn ich wach bin.”
Nachts um ½3 Uhr ruft er ganz leise — wie am Morgen — ,Tante Hermin’.” Pause. „Tante Hermin', ich fürchte mich so!” Ich setze mich auf und frage ihn: „Was hast du denn?” Er: „Ein grosser Bär will mich fressen.” Ich beruhige ihn, dass ihm nichts geschehe, dass er nur geträumt habe, und wir legen uns beide wieder zur Ruhe. Nach einer Viertelstunde leise für sich: „Ich habe eine wahnsinnige Angst.” Ich stehe nochmals auf, gebe ihm ein vom Abend übrig gebliebenes Stück Zuckerwerk, er isst es mit den Worten: „Du, das schmeckt mir sehr gut”, und hält mich dabei fest an der Hand, einen Finger umklammernd. Endlich beruhigt er sich und sagt spontan: „Ich werde das Christkinderl bitten, dass es mich bewacht.” —
Am Morgen ist sein erstes, den Traum nochmals zu berichten mit dem Zusatz: „Es war auch ein grosser Zaun da und oben lauter spitzige Pfeile und der Bär hat mich mit den Vordertatzen umarmen wollen. Und am Plafond war in der Mitte ein riesiger schwarzer Fleck, nein, ein grosser Patzen.”
Vorbericht: Tags zuvor war er in der