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Im Oktoberheft der Süddeutschen Monatshefte lenkt in dankenswerter Weise Walter Rauschenberger erneut das Interesse auf den Philosophen Philipp Mainländer, welcher als Philipp Batz am 5. X. 1841 zu Offenbach a. M. geboren wurde und am 31. März 1876, nachdem er den ersten Band seines Lebenswerkes „Die Philosophie der Erlösung” in Händen hatte, freiwillig seinem Leben ein Ende machte. Die von Rauschenberger mitgeteilten Aufzeichnungen und Briefe
des Philosophen werfen ein höchst bedeutsames Licht auf sein Verhältnis zu seiner Schwester Minna, welche ihm besonders nahe stand, bis es zur Abkehr kam. Vor Jahren hatte bereits Sommerlad in der Zeitschrift für Philosophie und philosophische Kritik wichtige Mitteilungen aus dem Leben Philipp Mainländers gemacht, aus denen die für das Leben und Schafer Mainländers hervorragende und bestimmende Bedeutung der Mutter des Philosophen klar zutage tritt. Da findet sich in den Aufzeichnungen Mainländer's folgende wichtige Stelle: „Gibt es Unterschiede im Gefühl der Liebe, im Enthusiasmus des Herzens? Ganz bestimmt nicht. Unterschiede gibt es nur in den Motiven. Auf alle Motive, welche grosse Liebe erzeugen, antwortet das Herz immer mit dem gleichen Erguss und nur vom Stande der Motive aus kann man von Kindesliebe, Geschlechtsliebe, Elternliebe, Vaterlandsliebe, christlicher Liebe sprechen. Und so weiss ich, dass alles, was ich dem weiblichen Geschlecht gegenüber empfunden habe, seinen Untergang und seine verklärte Auferstehung im Gefühle fand, das mich mit meiner Mutter vereinigte. Die Erinnerung an sie ist meine Ehe, eine unauflösliche Ehe. Sie war meine Mutter, mein Weib, mein Kind in der idealsten Bedeutung der Worte, und ob ich auch von aussen betrachtet als ein einsamer Junggeselle erscheinen mag, so habe ich doch Weib und Kind, und welch ein Weib, welch ein Kind!”
Wichtig für das Leben und Schaffen Mainländer's ist in diesem Zusammenhange auch folgendes Geschehnis. Am 26. IX. 1874 ging Mainländer an das Grab seiner Mutter. Hi