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Stekel schneidet ein interessantes Thema an und berichtet aus seinen psychoanalytischen Erfahrungen über die wichtigsten unbewussten Determinierungen der Berufswahl. Freud hat bekanntlich für die Bildung des endgültigen Charakters aus den konstitutiven Trieben eine Formel angegeben: „Die bleibenden Charakterzüge sind entweder unveränderte Fortsetzungen der ursprünglichen Triebe, Sublimierungen derselben oder Reaktionsbildungen gegen dieselben.” Eine ähnliche Formel lässt sich für die Berufswahl entwickeln, und Stekel bringt interessante Beispiele: Schuster, die Fussfetischisten; Friseure, die Haarfetischisten waren und sind; Chirurgen, die ihren Sadismus sublimiert haben; Philanthropen aus derselben Wurzel; Söhne, die sich in der Berufswahl mit ihrem Vater identifizierten oder der Tendenz folgten, einem entgegengesetzten Fach anzugehören; Detektive und Richter, die im Kampf gegen oder aus Angst vor gewalttätigen Trieben ihre „gerechten” Berufe gewählt hatten. Stekel weist ausführlich auf die schon im Kinde erscheinenden, gewalttätigen Impulse hin, die sich im Neurotiker, namentlich beim Zwangsneurotiker und beim Pseudoepileptiker, als bekämpft oder verdrängt aufzeigen lassen. Eine genaue Begriffsabgrenzung von „Sadismus” und „kriminellen Trieben” lässt sich natürlich nicht durchführen. Die Psyche jedes Menschen macht ontogenetisch die Entwickelung der Menschheit nach, das Kind entspricht gewissermassen dem Urmenschen oder dem