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In zwei aufeinander folgenden Tagungen wurden in der letzten Septemberwoche dieses Jahres in Dresden im Rahmen der Hygiene-Ausstellung zwei Kongresse abgehalten, die sich von Fachkongressen aller Art scharf abheben. Sowohl auf dem „Vierten internationalen Kongress für Neumalthusianismus” als auf
dem „Ersten internationalen Kongress für Mutterschutz und Sexualreform” handelte es sich um die wesentlichsten Fragen der Gesellschaftsgestaltung. Nicht ein Zweig des komplizierten Riesenapparates, Gesellschaft genannt, stand zur Diskussion, sondern der Träger aller Kultur, der Mensch selbst, seine Quantität und Qualität, seine Ausbreitungsmöglichkeit und die Bedingungen seines Entstehens bildeten den Mittelpunkt der Debatten. Und vielleicht gerade, weil das Problem das diffizilste, ja, wenn man will, das „heikelste” unserer Kultur ist, an das sich die Öffentlichkeit aus begreiflichen Gründen noch nicht recht herantraut, wurden diese beiden Kongresse von ihr mit einer gewissen Scheu möglichst in den Hintergrund gestellt, während, wie wir sehen, alle möglichen Fachkongresse, von dem der Bierbrauer angefangen bis zu dem der Nägelputzpoliermittelerzeuger, (wenn es einen solchen Stand gäbe) vor breiterem Forum und in fetteren Lettern diskutiert werden. Für die nicht allzu grosse, aber immerhin international vertretene Schar derer, die über diese wesentlichsten Gesellschaftsprobleme resolut zu denken gewohnt sind, brachten aber diese beiden Tagungen eine Festigung ihrer sozialen Weltanschauung. Denn die Lücken, die sich in dem System einer einheitlichen, in ihren Teilen logisch aufeinander wirkende