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Dr. S. Lindner, Kinderarzt in Budapest, verschied im 72. Lebensjahre. Er gehörte zu jenen wenigen, auf die sich Freud bei der Begründung seiner Sexualtheorie als Vorläufer beziehen konnte. Seine wichtigste Arbeit war die „Über Ludeln oder Wonnesaugen”, die er im Archiv für Kinderheilkunde (1879) veröffentlichte; in dieser mit vielen guten Illustrationen erläuterten Arbeit teilte der Verfasser seine Beobachtungen über die verschiedenen Arten des Ludelns bei ganz jungen und bei heranwachsenden Kindern mit; er betonte ansdrücklich den erotischen Charakter dieser „üblen Gewohnheit” und erkannte deren allmählichen Übergang in die Kinder-Masturbation. — Natürlich wollte ihm diese Dinge kein Mensch glauben; man hielt ihn, da er seine These eifrig gegen die Spötter verteidigte, für einen Sonderling. — Ref. war es noch vergönnt, den von der ärztlichen Tätigkeit schon zurückgetretenen alten Herrn auf die siegreiche Auferstehung seiner Lehre in Freud's Schriften aufmerksam zu machen.
Dr. Ferenczi, Budapest.
Zur Richtigstellung! Die Mitteilung III in Heft I dieses Jahrganges „Zwei interessante Fälle von Versprechen” ist von Dr. A. A. Brill (New-York) und nicht von Prof. Ernest Jones.