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Die im folgenden mitgeteilte Beobachtung scheint, wenngleich sie unvollständig ist, doch einen interessanten Beitrag zu bieten zum Studium der Beziehungen der Paranoia zur Homosexualität, auf die Freud1) und Ferenczi2) jüngst die Aufmerksamkeit gelenkt haben.
Herr X., 47 Jahre alt, Lehrer, verheiratet und Vater von drei Kindern suchte mich im März 1911 auf. Ich kannte ihn schon seit mehreren Jahren und stand zu ihm in sehr freundschaftlichen Beziehungen. Er war ein Mann von tadellosen Sitten und stark religiös. Seinem Lehrberuf, der ihn gänzlich erfüllt und befriedigt, ist er leidenschaftlich zugetan. Seit mehreren Monaten konnte ich bemerken, dass seine Laune wechselte, er wurde trübsinnig und zeigte sich nicht mehr in seinem Normalzustand.
Er kam, um meine Hilfe wegen eines gewöhnlichen Ekzems in Anspruch zu nehmen. Ich sprach dann mit ihm über die Veränderungen, die ich an seinem Zustand und Benehmen wahrgenommen hatte und fragte ihn, ob er in diesem Augenblicke irgend eine besondere Vermutung darüber habe. Auf nachdrückliches Befragen entschloss er sich, mir nachfolgende Geschichte zu erzählen, welche mich im höchsten Grade in Erstaunen versetzte. „Im letzten Jahre”, so erzählt er, „auf einer Reise mit einem meiner Söhne (der 16 Jahre alt ist), teilte dieser in einem Gasthof mit mir das Bett. In der Nacht hatte ich eine Pollution, was mich sehr anwiderte. Ich bemühte mich das Bettlaken zu reinigen in der Befürchtung, die Leute im Gasthof könnten mich einer verpönten Unsitte beschuldigen. Im letzten Herbst befand ich mich mit meinen zwei Söhnen (im Alter von 17 und 19 Jahren) in der Umgebung von P. Auf einem unserer Spaziergänge, auf dem wir uns beim Suchen von Champignons an einer Stelle etwas voneinander entfernt hatten, erblickte ich plötzlich ein Individuum auf uns zukommen; der Mann sagte kein Wort, sah mich aber mit einer sonderbaren Miene an. Sogleich fuhr es mir durch den Sinn, dass er uns gefolgt sei, um uns