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Dem Psychanalytiker begegnen auf Schritt und Tritt symbolisierende Phänomene, d. h. solche Erscheinungen, bei welchen eins durch ein anderes, ein Eigentliches durch ein Uneigentliches, ein verborgenes psychisches Bestandstück durch ein manifestes anschauliches Bild ersetzt wird. Ein solcher Vorgang findet beispielsweise statt, wenn sich ein verdrängter Wunsch, der sich geltend machen will, in ein Traumbild oder in eine visuelle Phantasie, wenn sich eine verleugnete Tendenz in ein hysterisches Symptom, in eine Zwangshandlung u. dgl. umsetzt; ebenso, wenn ein mehr oder minder abstrakter Vorstellungsinhalt, der nicht gerade ein Wunschobjekt zum Gegenstande hat, aus irgendwelchen Gründen durch ein anschauliches Phantasiebild ersetzt wird, usf. Ich sage ausdrücklich: „aus irgendwelchen Gründen”, denn ich möchte meine folgenden methodologischen Ausführungen durchaus nicht bloss auf jene symbolisierenden Vorgänge beschränken, bei denen das „Ersetzen des Eigentlichen durch ein Uneigentliches” aus den Motiven der Verdrängung geschieht.
Dass der letztere Fall ausserordentlich häufig ist und eine hohe Beachtung verdient, dürften meine Leser aus den Arbeiten Freud's und seiner Schule ohnedies recht gut wissen. Nichtsdestoweniger wird es vielleicht der Klarheit wegen nicht überflüssig sein, wenn ich als Musterbeispiel dieser Art von Symbolphänomenen einen Traum aus dem von mir gesammelten Material samt seiner Deutung mitteile. Genauen Kennern von Freud's „Traumdeutung” wird das Beispiel natürlich nichts Neues sagen. Dasselbe liefert aber in gedrungener Kürze eine drastische Anschauung von der Wirksamkeit jener psychischen Instanz, die wir mit dem Namen „Zensur” zu bezeichnen gewohnt sind. Den Traum erzählte mir vor drei Jahren ein Bekannter, Herr T.
T.'s Traumerzählung. „Mir träumte, ich fahre auf der Eisenbahn. Neben mir sitzt ein mädchenhaft zarter junger Mann oder Knabe; seine Nähe lässt in mir einigermassen erotische Gefühle aufkommen. (Mir scheint, dass ich meinen Arm um ihn