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Verfasser versucht eine genaue Demarkierung der beiden Fragen der ererbten Anlage und erzieherischen Einflüssen, und macht auf die Notwendigkeit aufmerksam, eine genauere Anpassung der Erziehung an die bei jedem einzelnen vorhandene ererbte Anlage, um das Wohl des einzelnen Individuums und der Gesamtheit zu erreichen. Verfasser setzt sich gelentlich über bestimmte Teile der Freud'schen Lehre auseinander, z. B. Seite 49. „Doch kommt Freud das grosse Verdienst zu, durch seine Traumdeutungen und Seelenanalysen dem Erzieher gezeigt zu haben, dass nicht die ererbte Anlage in erster Linie zur Neurose disponiert, sondern Mangel an sexual-hygienischen Verständnis seitens des Elternhauses.” „Nur Mangel an Begabung für künstlerische Induktion kann den Wahrheitsgehalt in der Lehre Freud's übersehen und seine Deutekunst unverständlich finden”. Verfasser sieht allerdings moralische Bedenken in der Entwickelung der Psychoanalyse, wegen der Einseitigkeit des sexuellen Standpunktes. Z. B. „das Cor facit medicum wird trotz Mephistopheles seine asexuelle Bedeutung behalten.” Er hält die genetische Auffassung der sittlichen Gefühle aus der Sexualität für eine starke Überschätzung. Religiöse Momente scheinen mitzuwirken und seine naturwissenschaftliche Betrachtungsweise zu beeinflussen.
A. Maeder.