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Als Freud uns vor Jahren mit seinem grossen Werk über die Traumdeutung beschenkte, da genossen wir jenes eigenartige Hochgefühl, das in dieser Art nur die echte Wissenschaft kennt, wenn es ihr gelang, aus dem anscheinend wirren Durcheinander vermeintlich regelloser Erscheinungen neue Gesetzmässigkeiten und Ordnungen herauszulesen. Aber aus dem schwierigen Studium einer uns damals noch ungemein verzwickt vorkommenden Materie ahnte man mehr, welche ungeheuere praktische Bedeutung dem Werke innewohnte, als dass sie einem schon voll zum Bewusstsein kam. Das lag zum Teil an der Art des Freud'schen Buches, das uns in erster Linie zwingen wollte, die ganze Theorie der Traumarbeit und der Traumbildung mit ihrem Schöpfer durchzudenken. Wenn uns das Werk auch wie eine neue Offenbarung traf und packte, so mutete es dem Neuling auf diesem Gebiet — und das waren wir doch mehr oder weniger fast alle — viel zu, als es uns die Endergebnisse jahrelangen Forschens so auf einmal in ihrem ganzen gigantischen Aufbau vorsetzte. Demgegenüber bietet uns das Stekel'sche Buch über „Die Sprache des Traumes” einen Genuss anderer Art. Auch hier liegen die Ergebnisse jahrelanger Arbeit vor uns, die uns aber nicht mehr fremdartig begegnen, sondern mittlerweile alte Bekannte, Freunde und Arbeitsgenossen geworden sind.
Was Stekel uns bringt, ist wieder wie damals, als er seine Klinik der Angstzustände veröffentlichte, eine überwältigende Fülle von tatsächlichen und praktischen Beobachtungen. Konnte man das Freudsche Buch noch gelegentlich eine geistvolle Theorie nennen und in dieser Form die ungeheuere praktische Bedeutung seiner Arbeit missverkennen, so drängt sich beim Studium der Stekel'schen Arbeit die Erkenntnis auf, dass wir es nicht mit einem theoretischen Wahngebilde, sondern mit empirisch gefundenen, scharfsinnig beobachtenden Tatsachen zu tun haben, an denen die Psychologie nicht mehr vorbeikommen kann, wenn sie ehrliche Wissenschaft sein will.
Dass die Stekel'sche Arbeit auf dem Fundament