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Es ist kaum möglich, aus dem enge zusammengedrängten Material, das Rank vor uns ausbreitet, einen Auszug zu geben. Mit einer unglaublichen Kenntnis der Quellen paart sich ein bewunderungswürdiger Fleiss. Rank zeigt gerade durch die vergleichende Mythen- und Sagenforschung. wie fruchtbar die Lehren Freud's für die Erkenntnis der Sagen und Mythen (der „Träume der Menschheit”) werden können. In der einen Sage findet sich ein Stück, das in der anderen Sage ausgelassen wurde, und erst die Zusammenstellung des ganzen Materials ergibt ein Ganzes. Es ist eine mühselige Arbeit, die sich am besten mit einem Mosaikbild vergleichen lässt. Schliesslich zeigt Rank mit wissenschaftlicher Präzision, dass die berühmte Frage Elsa's (Woher er kam der Fahrt) und das Frageverbot (Nie sollst du mich befragen!) infantile Wurzeln aufweisen und die wichtigste Frage der Kindheit betreffen, die Frage: Woher kommen die Kinder? Und das Verbot ist eben das Verbot der Erwachsenen an die Kinder, nach dem Entstehungsmodus des Menschen zu fragen.
Einen breiten Raum in der Darstellung Rank's nimmt die Todessymbolik ein. Auch in der Sage ist der Schwan ein Totenvogel, ist die Reise eine Reise ins Jenseits, auch in der Sage geben Geburt und Tod seltsame symbolische Vereinigungen. Für mich persönlich war die Lektüre des Buches von Rank eine grosse Genugtuung. Fand ich doch in den deutschen und fremden Sagen dieselbe Todessymbolik, wie ich sie in meinem Buche „Die Sprache des Traumes” eingehend dargestellt habe. Derartige Bestätigung der individuellen Psychologie durch die Ergebnisse der Sagenforschung haben eine unerschütterliche Beweiskraft. Die Lektüre des Rank'schen Werkes ist für jeden Psychoanalytiker überdies eine Quelle reicher Anregung und Belehrung. Rank weiss dem spröden Stoff durch neue Auffassungen immer wieder neue Seiten abzugewinnen. Auch