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Ein Berufskollege, der auch ein sehr feinsinniger Dichter ist, Ludwig Finkh, erzählt in seinem offenbar autobiographischen Werke „Rapunzel” (Stuttgart u. Leipzig, Deutsche Verlagsanstalt 1909) folgende Beobachtung aus seiner Jugend:
„Des Grossvaters Sohn war der Vater, der ausser seinem Acker und den zwei Kühen eine ganze Stube voll Uhren hatte. Er war ein fröhlicher Bauer und ein nachdenklicher Mann, dem es nicht wohl war, wenn ihm nicht zwanzig Uhren im Hause tackten.
Woher ihm diese Lust kam, wusste niemand zu sagen. Sie fuhr in ihn, kurz nachdem er das Mostbad genommen hatte. Als er nämlich sieben Jahre alt war, beteiligte er sich in der Herbstzeit mit Eifer am väterlichen Mosten, indem er sein Becherlein an den Auslauf der Obstpresse hielt und den Saft auffing. Auch verfolgte er die übrige Hantierung mit Aufmerksamkeit, wenn der Vater einen grossen Butten mit Most schöpfte und in eine fernstehende gewaltige Kufe goss, wo er zum Gären verblieb. Es mag den Buben gelüstet haben, auch einmal aus dem grossen Zuber zu schöpfen; sicher ist nur, dass der Vater ihn vermisste, irgendwo pfludern hörte, und als er zum Zuber lief, bloss noch zwei Rohrstiefelein aus dem süssen Most herausstehen sah, die er flugs ergriff, da sie ihm wohlbekannt waren. In den Stiefeln steckte denn auch sein Sohn, den er nur durch eine ausgiebige Bearbeitung seines Hinterteils wieder zum Leben brachte. Es hat ihm weiter nichts geschadet; aber als er nachher in der Stube sass und sich trocknete, war er ganz still und in sich gekehrt.
Am Abend fragte er mit grossen Augen den Vater: „Vater, was wär's gewesen mit mir, wenn du meine Stiefele net noch herausgezogen hättest?”
„Dann wärst vertrunken, Jaköble,” sagte der Vater.
„Wär’ ich dann nimmer bei dir und der Mutter gewesen?”
Statt aller Antwort stand der Vater auf, ging mit hartem Schritt auf die einzige Wanduhr zu und hielt den Pendel an.
„So wär's gewesen.”
Als nun die Uhr an der Wand, die immer fleissig und rechtschaffen gegangen war, mit einem Male s