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Ein etwa 26 jähriger Student der Medizin erzählte mir folgenden Traum aus seiner Knabenzeit, dessen Interesse darin liegt, dass er die unbewussten Gedanken und lebhaften Gefühle eines gesunden, wenn auch vielleicht erregbaren Kindes im bedeutsamen Alter von ca. 3–4 Jahren wiedergibt:
Der Kleine befand sich — im Traum — in einer grossen, leeren Halle; er fühlte sich allein, als wie verloren, und beschäftigte sich damit, seine Eltern zu suchen. Da kam ihm auf einmal ein grosser Mann entgegen, welcher eine Uniform mit Metallknöpfen trug und den er (beim Erzählen des Traumes) als einen Polizeibeamten bezeichnet.
Dieser Herr führte ihn in das nebenliegende Zimmer, wo sich zwei Särge befanden. Es wurde ihm erzählt, dass diese Särge die Leichen seiner zwei Tanten enthielten, welche in der Tatseiner Mutter (ihrer Schwester) sehr ähnlich sahen, und die ihm sowie (wenigstens später) seine Mutter sehr lieb waren. Dann wurde einer von diesen Särgen aufgemacht, und der Junge sah, dass er ganz voll von Blut war; zur selben Zeit wurde ihm gesagt, dass der Körper seiner Tante darin liege. — Weiteres vom Traume erinnert er nicht.
Was die persönliche Geschichte des Träumers anlangt, kann nur wenig berichtet werden, da keine Gelegenheit bestand, in die Geheimnisse seines Lebens einzudringen; er hatte den Traum nur aus wissenschaftlichem Interesse erzählt. Nur so viel gab er noch an, dass, soweit er wisse, die Mutter es gewesen sei, die auch von Anfang an der von ihm bevorzugte Elternteil gewesen sei, die er sehr lieb gehabt und an der er auch später immer mehr oder weniger gehangen haben soll.
Aber auch ohne tiefergehende Angaben über die näheren Verhältnisse, darf man wohl behaupten, dass der nur 3–4 Jahre alte Junge leidenschaftliche Gefühle irgend einer Art seinem Vater und seiner Mutter entgegengebracht haben muss, welche so stark waren, dass sie sich im