You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Im ersten von Alfred Kerr eingeleiteten Ausschnitt aus einer grösseren vorbereiteten Arbeit über die „Psychogenese von Flaubert's Tentation de Saint-Antoine” werden die infantilen Bedingungen und späteren Nachwirkungen des bei Flaubert ziemlich stark ausgeprägten Inzestkomplexes nachgewiesen. An Hand der Werke, Briefe und Tagebuchblätter wird der Einfluss dieser infantilen Konstellation auf das spätere Leben und Schaffen sowie die neurotische Erkrankung des Dichters aufgezeigt. In der zweiten Abhandlung werden insbesondere die von Freud festgestellten Züge der mütterlichen Objektwahl hervorgehoben, die das Liebesleben Flaubert's beherrschten und auch in seinen dichterischen Produktionen Ausdruck fanden. Die zum Belege für die psychoanalytische Auffassung angeführten Äusserungen Flaubert's zeigen, über welch tiefen Einblick in sein Seelenleben der Dichter verfügt und vermögen die Psychoanalytiker über das Unverständnis zu trösten, das ihren Befunden von den weniger hellsichtigen Fachgenossen entgegengebracht wird. Reik hat sich mit dieser ersten Arbeit nicht nur vielversprechend in die Psychoanalyse eingeführt, sondern auch, wie seine hoffentlich bald vorliegende Abhandlung zeigen dürfte, um die psychologische Vertiefung der ästhetischen und literarischen Betrachtungsweise verdient gemacht.
Rank.