You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
„In Zukunft kann die Therapie des Stotterns nur die Psychoanalyse sein”, schreibt Stekel (Nervöse Angstzustände, 1. Aufl., S. 231) und Appelt zitiert auch diese Stelle. Und dies ist auch gleichzeitig der ganze Inhalt des Werkes. Der Verf. hat die Analyse an einer Reihe von Patienten mit Erfolg durchgeführt, bleibt aber die Wiedergabe der Analysen schuldig, da sie zuviel Platz einnehmen würde; hoffentlich trägt er sie bald nach.
Das Werk beginnt wie ein „echtes deutsches Buch” mit der Wiederholung all dessen, was bisher über die Ätiologie und Therapie gesagt wurde. Im Anfang wurden physiologische Ursachen angegeben, später eine Schwäche des Willens; der erste, der die psychische Ätiologie erkannte, war Denhardt (Das Stottern, eine Psychose, 1890). Auf demselben Standpunkt stehen Wyneken, Skikorski (1894), Sandow (1898), Baeth (1904), Froemer (1905) und Stekel (1908). Als Therapie wurden Sprech- und Atemübungen vorgenommen, auch operative Eingriffe und schliesslich Suggestion mit und ohne Hypnose. Stekel und Jung haben Psychoanalyse vorgeschlagen.
Die physiologischen Ausführungen über den Mechanismus des Sprechens und des Stotterns (Krämpfe) haben für den Analytiker wenig Interesse. In Besprechung der Ätiologie folgt Appelt vollkommen den Ausführungen Stekel's über die Angstneurose bei Kinder. Stellenweise zitiert er ihn wörtlich1), ohne jedoch die Quelle anzugeben. Stottern entsteht, wenn das Kind etwas zu verbergen hat — eine Gelegenheit, bei der ja auch sonst Gesunde stottern — speziell nach einem sexuellen Erlebnis. Die Ursache des Stotterns ist Angst, ein Gefühl der Minderwertigkeit und eine daraus resultierende Überempfindlichkeit.
Die bisherigen Übungsmethoden können suggestiv heilkräftig wirken, solange nicht ein Komplex allzusehr bereitet wird. Sobald dies aber geschieht und — wie es bei jedem Menschen gelegentlich vorkommt — Stottern eintritt, hat die Suggestion meist ihre Wirkung auch für weiter verloren. Bei leichten und rezenten Fällen kann Suggestion, sp