You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Ein absurder Traum. Nach Freud bedeutet das Absurde im (manifesten) Traum bekanntlich eine Kritik; diese Kritik ist schon in den (latenten) Traumgedanken vorhanden. Um sie aber im (manifesten) Traum zum Ausdruck zu bringen, bedient sich die Traumarbeit eben des Absurden.
Da ich über einen Traum verfüge, der mir dieses interessante Verhalten besonders gut zu illustrieren scheint, so möchte ich mir erlauben, ihn — nebst kurzer fragmentarischer Deutung — hier zu publizieren.
Ein den gebildeten Ständen angehöriger Herr von 45 Jahren erzählte mir, er habe geträumt, er solle (als Einjährig-Freiwilliger?) zum Militär eingestellt werden. Da ergibt es sich — in Aussprache mit dem diensttuenden Offizier, der ihn sehr „verbindlich” behandelt — dass er doch schon Soldat gewesen sei, ja sogar schon eine 6 wöchige Übung abgeleistet habe; auch macht der Träumer, der sich selbst im Traume erblickt, die Umstehenden darauf aufmerksam, dass er ja in anderen Umständen sei, und doch schon deshalb nicht zum Dienst eingestellt werden könnte — ein Grund, der dem Offizier so plausibel erscheint, dass sich die ganze Situation in Wohlgefallen auflöst. Der Träumer sah, wie er noch hinzufügte, im Traum ganz anders aus als sonst: am Oberkörper war er als Clown, am Unterkörper als Reiter angezogen; im gewöhnlichen Leben schlank, hatte er im Traum einen sehr starken Leib, über den er, um seine Gravidität zu demonstrieren, beide Hände von oben nach unten führte.
Die rezenten Veranlassungen, die zu diesem Traume führten, waren einmal, dass ein oder zwei Tage vor dem Traume der Erzähler in der Zeitung gelesen hatte, man sei bei der Vernehmung des Pfarrers Traub in Breslau sehr „verbindlich” gewesen; sodann, dass der Träumer gesprächsweise geäussert hatte, er wäre sehr gern Soldat, am liebsten Kavallerist geworden. Dieser letztere Wunschgedanke ist aber mit Recht nachher vom Träumer selbst (im Unbewussten) kritisiert und ad absurdum geführt worden. Denn abgeschen davon, dass die körperliche Gewandtheit