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Wie Freud bei der psychoanalytischen Erforschung des Unbewussten und zum Teil auch des Kinderseelenlebens selbst feststellen konnte, bilden die meisten Kinder zu einer Zeit, wo ihnen eine verständnisvolle Kenntnis der Sexual- und Geschlechtsvorgänge der Erwachsenen noch abgeht, eine Reihe typisch wiederkehrender „Sexualtheorien” über die Entstehung und Herkunft der Kinder sowie über den Unterschied der Geschlechter1). Diese Theorien enthalten bei aller anscheinenden Absurdität doch meist einen irgendwie wahrhaften Kern, der sich, ebenso wie die Konstanz dieser Vorstellungen, daraus erklärt, dass das Kind der in seinem Triebleben vorherrschenden erogenen Zone, die ja das Sexualleben des Erwachsenen noch beeinflusst, die entscheidende Rolle bei all diesen Vorgängen zuschreibt. Zur breiten Fundierung dieser Befunde ist es uns sehr wertvoll, dass ganz ähnliche „Irrtümer” auch aus der Kindheit der Völker überliefert sind und immer wieder bei den Erwachsenen dort zum Vorschein kommen, wo sich die im Unbewussten fortlebende primitive Anschauungs- und Arbeitsweise der menschlichen Psyche erhalten hat. Ohne dass wir den Gründen und psychologischen Konsequezen einer solchen Parallelisierung von Individual- und Völkerpsychologie hier nachzugehen beabsichtigen, seien im folgenden aus dem in unheimlicher Fülle vorhandenen Material einige typische, zum Teil weniger bekannte Beispiele aus der Märchen, Mythen- und Sagenwelt genannt, die uns erst auf Grund