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Bevor ich daran gehe, die psychanalytischen Ergebnisse einer Serie von lekanomantischen Versuchen mitzuteilen, will ich aus dem vorangegangenen einführenden Aufsatz „Mantik und Psychanalyse”1) mit ein paar Worten jene Sätze hervorheben, die zum Verständnis des Folgenden wichtig sein mögen. Es sei zum ersten daran erinnert, dass die Lekanomantie
(aus). λεχάνη, Becken, und μαντεία, Weissagung) jene mantische Kunst war, bei welcher man die schauende1) Person in ein von Lichtern umgebenes, mit Wasser gefülltes Becken sehen liess. Den Visionen, die sich zeigten, sollte nach dem einstmals herrschenden Glauben wahrsagerische Bedeutung zukommen. Wie alle mantischen Künste die rein mechanische, rituell festgelegte Verrichtung mit dem Walten ausserhalb der menschlichen Voraussicht und Willkür stehender Kräfte, Intuitionen etc. in Verbindung zu bringen trachteten, so auch die Lekanomantie. Die „bestimmten” Elemente der mantischen Verrichtung sind das, was wir am besten die „Versuchsanordnung” nennen. Das „Unbestimmte” aber ist bei der Lekanomantie2) in der Hereinziehung des Unterbewusstseins (oder, wenn man will, des „Unbewussten”) der Versuchsperson gelegen. Während indes die alten Lekanomanten damit den Anschluss an weissagende göttliche Kräfte erlangen zu können vermeinten, begnügen wir uns mit der Tatsache, dass wir durch die Auslösung der lekanoskopischen Visionen das Unterbewusstsein der Versuchsperson zum Sprechen bringen. Wir stellen damit die Lekanomantie oder, richtiger gesagt, die Lekanoskopie3), in den Dienst der Psychanalyse. Das Material, welches durch die Lekanoskopie zutage gefördert wird, nimmt die Form visueller Halluzinationen an; diese können jedoch, wie auch meine Versuche zeigten, mit auditiven Halluzinationen sich verbinden; die Lekanomantie macht also dann eine Anleihe bei der antiken „Gastromantie”, die gleichfalls bei einem Wasserbecken ausgeübt wurde und die weissagende Pers