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Im folgenden möchte ich auf ein Traumsymbol aufmerksam machen, das ich verhältnismässig häufig gefunden habe und das wahrscheinlich eine allgemeine Gültigkeit besitzt. Ich meine das häufige Vorkommen einer Magd in Träumen von Männern, von dem ich feststellen konnte, dass es meistens ein Produkt einer einfachen Verschiebung ist: Magd im Traum als Symbol für die Mutter1). Als überzeugendes Beispiel soll hier folgender Fall berichtet werden.
Ein „neurasthenischer” Kollege, der sich eben mit der Psychoanalyse zu beschäftigen beginnt, erzählt mir, er habe einige Male darüber nachgedacht, ob es auch bei ihm Erinnerungen gebe, die auf gegen seine Mutter gerichtete sexuelle Wunschregungen hindeuten. So fiel ihm einmal plötzlich die Erinnerung an einen kurzen, aber sehr lebhaften Pollutionstraum ein, den er als heranwachsender Jüngling geträumt und seitdem gänzlich vergessen hat:
„Ich bin im Geschäft meines Vaters und übe hinter der Kasse mit einer Magd, deren Gesicht verschleiert oder verschwommen ist, den Koitus aus.”
Seine erste Assoziation brachte schon die Deutung des Traumes. Sie war nämlich die Erinnerung, dass hinter dieser Kasse seine Mutter zu sitzen pflegte und das Geld entgegennahm, während der Vater und die Gehilfen die Kunden bedienten. Das Dienstmädchen im Traume war also die Mutter, wozu sehr gut das verschleierte, verschwommene, unbekannte Gesicht passt, das bekanntlich immer das Zeichen einer energischen Zensurarbeit ist2).