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Während Dr. Specht in dem vorhergehenden Artikel die Berechtigung der pathopsychologischen Methode in ihrer Anwendung auf die Erforschung des gesunden und erkrankten Seelenlebens zu erweisen sucht, bestrebt sich Dr. Münsterberg in seiner Arbeit über „Psychologie und Pathologie” die Wechselbeziehungen zwischen den zunächst getrennten Wissensgebieten klar zu legen und betont, es sei charakteristisch, „dass in der Diskussion der Probleme die zwei Ausdrücke Psychopathologie und Pathopsychologie fortwährend durcheinandergemischt werden und im wesentlichen so aufgefasst werden, als bedeuteten sie das gleiche und als sei es nur Liebhaberei einzelner Autoren, das eine oder das andere Wort zu bevorzugen. Nur hier und da spricht sich ein instinktives Gefühl dafür aus, dass Pathopsychologie doch offenbar ein Teil der Psychologie, Psychopathologie dagegen ein Teil der Pathologie sei”.
Der Verfasser geht nunmehr auf die Problemstellung im einzelnen über, sucht die Grenzen der wissenschaftlichen „Hauptgebiete” und der zwischen ihnen liegenden „Zwischenwissenschaften”, sowie deren Leistungs- und Anwendungsfähigkeit so präzis als möglich zu fassen und bietet eine derartige Fülle gedankenreichen Materials, dass es aussichtslos erscheint, im eng bemessenen Rahmen eines Referates der Arbeit Münsterbergs gerecht zu werden. Wenn auch nicht alle Thesen des Autors widerspruchslos akzeptiert werden dürfen, kann das Studium der Originalarbeit nur aufs wärmste empfohlen werden.
Dr. Rudolf Reitler, Wien.