You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Es ist auch für den Psychoanalytiker von grosser Bedeutung, die Stigmata organischer Natur bei jugendlicher Neuropathie zu kennen. Hochsinger hat darüber eingehende Untersuchungen veranstaltet, allerdings nur in bezug auf das Verhalten der Reflexe. Die Steigerung der Patellarreflexe hat nach Hochsinger keine pathognostische Bedeutung. Die Patellarreflexe sind bei allen Kindern sehr lebhaft. Dagegen kommt er bezüglich des Fazialisphänomens zu den Schlüssen:
1. Das isolierte Fazialisphänomen bei älteren Kindern und Jugendlichen hat unter allen Umständen eine pathologische Bedeutung; 2. es ist das sinnfällige Symptom einer angeborenen neuropathischen Konstitution, welche sich bei den Eltern, insbesondere den Müttern durch das sehr häufig vorhandene gleiche Phänomen in Verbindung mit funktionellen Neurosen zu erkennen gibt; 3. das isolierte Fazialisphänomen ist ein Hauptattribut der psychischen Übererregbarkeit und Nervosität der Jugendepoche und haftet fester beim weiblichen als beim männlichen Geschlechte; 4. jugendliche Nervosität und infantile Übererregbarkeit, bzw. Spasmophilie der Säuglinge, gehören genetisch zusammen und beruhen in letzter Linie auf hereditärer neuropathischer Veranlagung.
Stekel.