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Aronsohn ist ein Arzt, dem vor anderen Psychiatern, die literarische Probleme behandeln, der Vorzug eignet, dass er mit den zu besprechenden Kunstwerken sich genau und äusserst eingehend befasst, nur leider oft so sehr, dass er zuviel in dieselben hineinliest. Er steuert mit Vorliebe zu den Worten des Dichters noch aus Eigenem kleine Zutaten bei, so dass schliesslich etwas ganz anderes entsteht, als der Dichter meinte. Ein Beispiel für viele: Solness’ Bewusstsein, meint unser Autor, sei durch die Erfahrung, dass jedem seiner Wünsche früher oder später die Erfüllung folgt, ganz ausserordentlich gesteigert worden. Soweit ist das Urteil ganz zutreffend und aus dem Drama selbst zu belegen. Jetzt aber kommt eine Reihe von Sätzen, deren jeder eine kleine Unrichtigkeit enthält. „Er fühlte sich nicht nur als auserwählter, gottbegnadeter Mensch, sondern gottähnlich. Gott hatte sich freiwillig eines Teiles seiner Macht entäussert und ihm übertragen, stand also in Solness Augen nicht mehr über, sondern neben ihm und war für ihn nicht mehr der lebende Allvater im Himmel, sondern nur durch eine gleichberechtigte, feindliche Macht, deren Willen sich zu entziehen, er nach Lage der Dinge nicht nur sofort entschlossen war, sondern sich auch hinreichend stark fühlte.” Aus solchen und ähnlichen Zusätzen kommt Aronsohn dann endlich zu dem Schlusse, dass „bei Hilde Wangel die Hauptmerkmale der sadistischen Naturen unzweifelhaft vorhanden sind”, während der Baumeister „vom Standpunkt der Wissenschaft an echten Wahnvorstellungen leidet”. Die Trolle in seinem Innern „entsprechen ganz dem Dämonen- oder Teufelsglauben, wie wir ihn sehr häufig bei Geisteskranken finden”. „Vom Standpunkt der Wissenschaft aus muss gesagt werden, dass Solness zur Zeit des Dramas unzweifelhaft geisteskrank ist, dass er an einem chronischen religiösen Grössen- und Verfolgungswahn leidet und dass seine Geisteskrankheit ganz dem Bilde der Paranoia religiosa simplex chronica entspricht.” „Es muss unter allen Umstä