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Es sei mir gestattet an der Hand einiger psychoanalytischer Fälle einige kleine Bausteine zum wichtigen Thema der Übertragung zu liefern.
Im ersten Falle handelte es sich um einen ca. 33 jährigen Beamten der Lebensyersicherungsbranche, der an einer schweren Angsthysterie litt und den ich vor vielen Jahren kennen lernte, zu einer Zeit, wo ich von der Psychotherapie in Freud'schem Sinne keine Ahnung hatte. Ich wurde zum Pat. gerufen und traf ihn in einem schweren Angstanfalle. Durch gütliches Zureden gelang es mir, den Kranken zu beruhigen und ihn seinem Berufe für einige Zeit wieder zuzuführen.
Pat. suchte mich dann oft in meiner Wohnung auf, wo er sich Trost und Stärkung gegen seine Angstgefühle holte.
Nach einiger Zeit war es mir aufgefallen, dass ich Pat. in den Morgenstunden unweit meiner Wohnung begegnete, und auf mein Befragen nach dieser Richtung gestand mir Herr N., dass er sich unweit meines Domizils eine kleine Wohnung gemietet habe, um mir nur recht nahe zu sein.
Die elegante Wohnung seiner Eltern komme ihm so kalt, so ungemütlich vor; ich wäre der erste Arzt, der ihn so ganz verstehe, während alle die anderen, die Professoren im In- und Auslande ihn als Narren betrachtet und ganz schrecklich ausgebeutet hätten. Ich hielt dies alles für Vertrauen, von der „Übertragung” war mir damals nichts bekannt. Als ich nach ca. 2 Jahren meine Wohnung wechselte, da zog auch Herr N. mir nach und wählte sein Domizil so, dass er des Morgens an meinem Hause vorübergehen musste. — Dies allein sei für ihn eine grosse Beruhigung.
Als Herr N. von Kiew nach M. übersiedeln musste, war er ganz untröstlich. Die Briefe, die er mir schrieb, sprachen eine beredte Sprache: „Wie kalt und öde kommt mir hier alles vor; wenn ich an die schönen Zeiten denke, wo wir in ihrem gemütlichen Studierzimmer sassen und ich ihre liebe weiche Stimme hörte; wann werden diese Stunden wiederkehren?”
Als aber Pat, für kurze Zeit nach Kiew kam, suchte er mich nicht auf und motivierte sein Ausbleiben mit der Fur