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Magnus Hirschfeld hat für seine Zwischenstufentheorie ein besonderes Augenmerk den „Geschlechtsübergängen” zugewendet. Ausser seinem unter dem genannten Titel erschienenen, sehr wertvollen Büchlein bietet er uns diesmal im Verein mit Ernst Burchard Beschreibung und Lebensbild eines äusserst interessanten Individuums. Es handelt sich um eine jetzt 20 jährige Person, mit vollkommen weiblichen äusseren Genitalien, vorwiegend weiblichem körperlichem Habitus, bei der jedoch die Menstruation ausgeblieben, dafür aber ein Stimmwechsel eingetreten war. Das Verblüffendste jedoch ist, dass diese Person, die bisher trotz männlichen Charakters und Geschlechtsempfindens als Mädchen aufgezogen wurde, dann im Orgasmus aus ihrer weiblichen Harnröhre eine — Samenflüssigkeit entleert, die lebende Spermatozoen enthält. Sie muss also auch im Besitze von männlichen Keimdrüsen sein und ist daher als Mann anzusprechen, trotz der vollkommen weiblichen äusseren Genitalien, des Uterus und der weiblichen Harnröhre. Der Fall, welcher unter allen Kautelen von einer Reihe von Spezialärzten nachgeprüft wurde, stellt selbst unter den Geschlechtsübergängen ein Unikum dar und verdient im Original nachgelesen zu werden.
Sadger.