You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
In kurzer aber trotzdem erschöpfender Weise behandelt der Autor die Pathologie des Asthma bronchiale. Er berücksichtigt auch alle Stimmen, welche das Asthma als eine Neurose auffassen. Er weist nach, dass der
Lufthunger der Kranken nur ein scheinbarer ist. Denn nach seinen und Schütze's Untersuchungen wird die Lunge im Asthmaanfalle überreichlich ventiliert, so dass die pro Minute geatmete Luftmenge um die Hälfte grösser sein kann, als in der anfallsfreien Zeit. Die Behandlung muss entsprechend den neuen Erkenntnissen wesentlich eine psychische sein. „Auf die Hypnose zu rekurrieren, wird selten notwendig sein. Auch die Freud'sche Methode, die durch Ausfragen in der Hypnose (hier scheint der Autor über die Technik der Psychoanalyse nicht unterrichtet zu sein, Ref.), Traumdeutung, Assoziationsversuche u. dgl. die Erinnerungen, die dem Lufthunger zugrunde liegen, aus dem Unterbewusstsein ans Licht zu bringen sucht, so dass der Patient ‚abreagiert’, ist wohl nur für ganz besondere Fälle zu reservieren, dann aber auch nur ganz geübten Therapeuten zu überlassen.”
Ich kann nach meinen Erfahrungen die Psychoanalyse als Asthmatherapie wärmstens empfehlen. Die Fälle sind hartnäckig und erfordern Geduld und Ausdauer. Darin muss ich Staehelin recht geben, dass sich nur ganz Geübte an diese Aufgabe wagen sollen. Es wird noch immer zu viel wilde Psychoanalyse geübt.
Stekel.