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Dr. Boerner: „Ein Beitrag zur Sexualbiologie der Tiere” (Berliner tierärztliche Wochenschrift 1910, Nr. 48). Anknüpfend an den von Wieland mitgeteilten Fall wird über eine Zwergrehpinscherhündin berichtet, die oft auf dem Arm von Damen, nie von Herren, Deckbewegungen macht. Boerner hält diesen Vorgang nicht für Homosexualität, sondern führt als Analogie an, dass der Geruch brünstiger Hündinnen andere Hündinnen erregt. Die Akte sind nur Onanieversuche infolge der Erregung, die durch den „weiblichen Geschlechtsgeruch” entsteht.
Durch Mangel an Gelegenheit zu natürlicher Sexualbetätigung durch „hitziges Futter” u. dergl. kommen Oberationen vor, vor allem Onanie der männlichen Haustiere. Nymphomanie kommt bei weiblichen Haustieren vor, wenn man die Deckung verhindert, bei Wild im Klimakterium. Eine Abart der Onanie ist Sodomie mit anderen Tieren (auch Masturbation an Menschen ist bei Hunden zu beobachten. Ref.). Eine Schimpansin wird angeführt, die junge Hunde und einen jungen Bären zum Cunnilingus erzog. — Hengste zeigen manchmal Besonderheiten in der Objektwahl indem sie eine bestimmte Farbe bevorzugen oder Fohlenstuten verschmähen.
Bei Tieren, die ihrer Natur entsprechend leben, dürften pathologische Erscheinungen wohl nie vorkommen, ausser etwa wenn eine Organveränderung (?) vorliegt. Halten wir aber Tiere nicht der Natur gemäss, so werden Variation des Sexualtriebes auftreten, „allerhöchstens neurasthenische Nachwirkungen, aber nie solche Perversionen, wie bei den Vertretern der Spezies homo sapiens, die die Stärke ihres Sexualtriebes nicht mit den gebotenen Verhältnissen in Einklang bringen können (!) und ständig nach neuen Reizmitteln für ihr überspanntes Nervensystem ausblicken müssen”. (!)
Marcus.