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Unter den Schwierigkeiten, die sich der Traumanalyse entgegenstellen, ist folgende erwähnenswert. Der Traum arbeitet nicht nur mit der uralten, primitiven Symbolik der Menschheit, sondern schafft auch neue Symbole, die oft dem Berufe des Träumers entstammen. Es ist nun in der Praxis ebenso schwierig wie interessant, zu untersuchen, wie sich die Komplexe des Träumers in diesen „Berufssymbolismen” verbergen.
Ein sehr hübsches Beispiel dafür möchte ich hier anführen. Es hat den Vorteil, dass es die Symbolik ohne tiefere Analyse des latenten Trauminhaltes erkennen lässt. Es zeigt zugleich, auf wie sinnreiche Weise der Träumer die rezenten Tagesreste für seine Zwecke verwertet.
Der Traum ist dem Büchlein „Aus meinem Zettelkasten” von Otto v. Leixner (Berlin 1896) entnommen. Vorausschicken muss ich, dass der bekannte, vor einigen Jahren verstorbene Literarhistoriker Rezensent vieler deutscher Zeitschriften und Zeitungen war:
„Für einen Menschen, der gerne selber schaffen möchte, ist es die grösste Pein, über Schöpfungen anderer urteilen zu müssen. Mit der Zeit entwickelt sich bei ihm eine neue, in keinem Lehrbuch der Pathologie noch beschriebene Krankheit, die man vielleicht neben der sogenannten Platzfurcht einordnen könnte: die Bücherangst. Wenn am Morgen der Briefträger Bücher unter Kreuzband bringt, so bemächtigt sich des Leidenden eine stille Wut; er möchte den Postboten hinauswerfen samt den Sendungen, wagt es aber nicht. Mit der Zeit steigern sich die Anfälle zu Sinnestäuschungen: auf dem wohlgerundeten Bäuchlein eines harmlosen Spaziergängers sieht man mit Blau gedruckt die Worte: „Rezensions-Exemplar”; auf dem Rücken einer Dame prangt die Aufschrift: „Zur gütigen Besprechung”, und oft schweben sie in freier Luft vor dem Kranken. Nach dem Anfall tritt solche Erschöpfung ein, dass der Arme nur mit Mühe das Falzbein zum Aufschneiden der Bücher benutzen kann. Natürlich setzt sich die Angst auch in Traumbilder um. So ging ein Kranker dieser Art im Traum durch ein sehr en